Mitte des 18. Jahrhunderts kam im englischen Königshaus die Mode auf, tropische Orchideen in heimische Gefilde zu holen.

sammler 1
Sammler waren in den Urwäldern Südamerikas oder des pazifischen Raumes gleich mehrere Monate unterwegs, um die begehrten Kostbarkeiten einzupacken, sie auf dem Seeweg mit nach Europa zu bringen – und auf der Überfahrt einen nicht unbeträchtlichen Anteil der Fracht zu verlieren.
sammler 2
Wildentnahme war damals noch kein Thema, das die Gemüter bewegte. Wilhelm Hennis war als Sammler für Louis Sander aus Brügge 1876 zum ersten Male in Südamerika später auch in Ostasien unterwegs.
zeichnung vanda
Manche, bis zu jener Zeit noch unbekannte Orchidee,wurde von Wilhelm Hennis zuerst gefunden und nach ihm benannt. Manche gefährliche Abenteuer musste er dafür bestehen.

 

Wilhelm Hennis, „Möllers Deutscher Gärtner Zeitung“ von 1899:

.... „In Antioquia wurde mir ein Punkt genannt, der in vier Stunden zu erreichen sei. (...) Der in eine steile Felswand gehauene Weg (war) stellenweise so schmal, dass man sich an den vorstehenden Felsblöcken mit der größten Vorsicht vorbeidrängen musste, um nicht abzustürzen. (...) Sobald es bekannt wurde, dass ich Cattleya trianae sammelte, brachten die Eingeborenen mir (...) Pflanzen, aber wie waren diese beschaffen? Es tat mir das Herz weh, wenn ich die schönsten und größten Cattleyen total zerbrochen sah. (Die Leute) meinten, dass ich ´Tinta´ doch noch immer daraus machen könne. (Sie) bildeten sich (...) ein, dass ich irgendeine Arznei aus den Orchideen bereiten würde.“

Doch die Tropen forderten schließlich auch von Wilhelm Hennis ihren Tribut. Nach sich wiederholenden Malaria-Anfällen kehrte er 1889 zur Erholung nach Deutschland zurück. Der Entschluss reifte in Wilhelm Hennis, sesshaft zu werden, zu heiraten und eine eigene Firma zu gründen.
Auf der Suche nach einem passenden Standort bot sich in Hildesheim am Rande der Stadt, an der Großen Venedig, das Stadthaus eines Landadeligen an.

Betrieb 1942
Im Herbst 1891 konnte der neue Besitz bezogen werden und noch im gleichen Jahr wurde das erste Treibhaus in Betrieb genommen. 1891 wurde damit zum Gründungsjahr der Firma. Das Geschäft war zunächst dem risikoreichen Import von Orchideen gewidmet, später auch der Zucht, Aufzucht und Artenerhaltung.

 

Die Faszination für Orchideen überträgt sich in der Familie Hennis von Generation zu Generation. Sie trotzte Weltkriegen, Ölkrisen und der Einführung des Washingtoner Artenschutzabkommens.
In der nunmehr 4. Generation freue ich mich, Sie auf unserer Website begrüßen zu dürfen und lade Sie zu einem Besuch in Hildesheim ein. Unser Verkaufsbereich ist Mittwoch-Freitag von 9-13 und 14-18 Uhr und Samstag von 9-12 Uhr geöffnet. Möchten Sie in unseren Gewächshäusern stöbern? Dann bitten wir um vorherige Anmeldung. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Thilo Hennis

Thilo Hennis